Gesegnet werden und ein Segen sein

Das Hauskreis-Vernetzungsteam hatte zu diesem Thema eingeladen. Viele aus den Gemeinden im Täle folgten der Einladung am 5. November 2019. Der Saal im Gemeindehaus in Neuffen war gut gefüllt. Ein großes Interesse an diesem Vortrag war spürbar.

War es die Sehnsucht danach, ein „gesegneter Mensch“ zu sein; waren es Fragen wie etwa: Was ist das – „Segen“? Und wie geht das – „Segnen“? War es die Erwartung nach einer persönlichen und geistlichen Erfahrung? War es der Referent des Abends, Martin Häberle, den viele vom Herbst 2017 (da war er schon mal hier) noch in guter Erinnerung hatten?

Martin Häberle war bis Ende 2017 Leiter des „Christlichen Lebenszentrum Langenburg“. Er ist nun im Ruhestand, aber als freier Mitarbeiter des Lebenszentrums immer wieder unterwegs, um geistliche und seelsorgerliche Themen in die Gemeinden hinein zu tragen. 

Im „ersten Teil“ des Abends vermittelte er uns in seiner engagierten und lebendigen Art wichtige Thesen zu diesem anspruchsvollen Thema.  Hier einige seiner Aussagen:   

Gott tut nichts lieber als segnen! Das sagt uns das Wort aus Psalm 115, 12 – 15.  Da bekennt der Psalmbeter: „Der Herr denkt an uns und segnet uns!“  und „Ihr seid die Gesegneten des Herrn!“

Der Segenskreislauf

Wir sind berufen, die Erbschaft des Segens Gottes anzutreten. Ein wichtiger Aspekt ist der „Segenskreislauf“!

 - Der Dreieinige Gott segnet uns.

- Die von Gott Gesegneten loben und preisen Gott und geben damit den Segen an ihn zurück.

- Dadurch fließt der Segen Gottes, aus dem Überfluss fließt Segen durch uns in die Welt.

Wir sind berufen, ein „Segen“ zu sein. An Abraham (1. Mose 12) wird deutlich, was es heißt ein „Segensträger“ zu sein. Auch wir sind Teil dieser Segenslinie; sind berufen, den Segen Gottes weiter zu geben.

Was passiert beim Segnen?

Gott ist der Segnende. Er teilt seinen Segen aus. Seine Güte, sein Gutes kommt auf die, die er segnet. Seine Kraft geht auf die Gesegneten über. Wir erfahren seinen Zuspruch oder seine Zuwendung. Dennoch gilt es, die zwei Realitäten zu sehen: Gottes Realität und die menschliche Realität. Und das führt uns in unserem Glauben oft in eine Spannung, in Anfechtung. Aber beim Segnen werden uns die Verheißungen der Bibel zugesprochen.

Mit dem Segnen durchbrechen wir den Teufelskreis in unserer Welt.

Der „zweite Teil“ des Abends sollte dazu dienen, dass „der Segen und das Segnen“ konkret erfahren werden kann.  Denn am Ende des Vortrags wurde eingeladen, nun an vier Stationen Segen zu empfangen. In Bezug auf die Aussagen des Vortrags erklärte Martin Häberle den Ab-lauf und um was es an den einzelnen Stationen gehen sollte.

Die Segens-Stationen waren:  

>> Abendmahl.   Im empfangen von Brot und Wein – den Segen und Zuspruch Gottes erfahren.

>> Segnung.   Der Teilnehmende sagt kurz sein Anliegen, wofür er gesegnet werden möchte. Die Mitarbeiter segnen ihn nach vorheriger Zustimmung mit Handauflegung und Segensgebet. >> Salbung.   Ein Mitarbeiter salbt die betreffende Person mit einem Kreuz auf die Stirn und in die offenen Hände und spricht ihm ein Segenswort im Namen des dreieinigen Gottes zu.

>> Zuspruch eines Wortes Gottes.   Der Mitarbeiter zieht aus einem Körbchen eine Spruchkarte und spricht dieses Bibelwort der betreffenden Person zu und gibt ihr diese Karte mit.

Diese besondere Möglichkeit war für manche vielleicht auch etwas fremd und ungewohnt; vielleicht etwas Neues, in das man sich zuerst hineinfinden musste. Aber man konnte sich in

aller Freiheit beteiligen.  Und jeder sollte für sich entscheiden, ob er nur zu einer Station oder zu allen vier Stationen gehen, oder ob er einfach still an seinem Platz bleiben möchte. 

Alle Segnungsstationen wurden gerne in Anspruch genommen. Ergänzend zum Vortrag konnten damit in dieser offenen Phase neue geistliche Erfahrungen gemacht werden. Es herrschte bei aller Bewegung eine konzentrierte Atmosphäre. Viele waren dankbar für diesen zweiten Teil des Abends.

Unterstützt wurde diese Zeit von Eberhard Wieland am Klavier, der im Hintergrund verhalten Segens- und Lobpreislieder erklingen ließ.  Zum Abschluss
erklang das gemeinsam gesungene Lied:

„Geh unter der Gnade, geh mit Gottes Segen!“

Gerhard Brucker