Connection timed out Der Menschenschlag im Täle Februar 2011 : Evangelischer Distrikt Neuffener Tal

Wo steht die Kirche im Täle?

Heinz-Michael Souchon und Daniel Hörsch machen sich Gedanken über die Zukunft der Kirche.

„Evangelisch im Täle“ möchte ausloten, wo die sechs evangelischen Kirchengemeinden im Täle stehen

 

Es tut sich was an „Gottes Baustelle im Neuffener Tal“, wie der Neuffener Pfarrer Heinz-Michael Souchon als Sprecher des Kernteams des Projekts „Evangelisch im Täle“ die Idee beschreibt, dass sechs Kirchengemeinden gemeinsam neue Wege gehen wollen, um Menschen für den Glauben zu interessieren.


Zu der Aktion „Evangelisch im Täle“ gab es am Montag einen weiteren Informationsabend mit dem Thema „Der Menschenschlag im Täle – wo steht die Kirche im Täle?“ mit dem sozialwissenschaftlichen Referenten des EKD-Zentrums Mission in der Region, Daniel Hörsch. Es ist die Fortsetzung einer ganzen Reihe von Veranstaltungen, die dazu dienen sollen, mehr über die Menschen im Täle zu erfahren, um ihnen einen Zugang zum Glauben oder Weiterführung darin zu ermöglichen.

Dazu gibt es eine Einteilung in zwölf Sinus-„Milieus“, das sind Zielgruppen, die nach demografischen Daten wie Beruf, Einkommen und Bildung und unterschiedlichen Lebensauffassungen und Lebensweisen definiert sind. Zu den „Milieus“ wird es eine weitere Veranstaltung im März geben.

Am Montag ging es mehr um die Kirchendemografie, „ein statistischer Abend“, wie ein Zuhörer es formulierte. Danach sind 53 Prozent der Menschen im Täle evangelisch, vorwiegend im Alter zwischen 36 und 65 Jahren, „also die Altersgruppen, die von der demografischen Entwicklung oder aber der zu erwartenden Wanderungsbewegung besonders betroffen sein werden“, so Hörsch in der Zusammenfassung.

Die Zahl der Mitglieder werde wahrscheinlich bis 2025 um sechs Prozent sinken. Das sei vor allem durch Sterbefälle bedingt, weniger durch Kirchenaustritte, die allerdings auf hohem Niveau liegen. Insgesamt gibt es einen negativen Saldo von Taufen und Aufnahmen in die Kirche und Austritten und Bestattungen. Mit 60,8 Prozent evangelischen Taufen weise das „Täle“ sogar eine erfreulich hohe Quote aus, bezogen auf die Geburten. Rund 30 Prozent der Tälesbewohner gehören noch Milieus an, die von der Kirche klassisch erreicht werden, 22 Prozent gelten als kirchendistanziert.

Der sonntägliche Gottesdienst werde im Täle im Vergleich zu allen Mitgliedskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) überdurchschnittlich gut besucht, allerdings bleiben die Heiligabend-Werte hinter den EKD-Werten zurück. Insgesamt brauche sich die evangelische Kirche im Täle „nicht hinter dem Berg zu verstecken“, wie Hörsch sagte. Sie habe eine gute Basis, tue bereits viel für Kinder, habe viele gut angenommene Veranstaltungen, auch in der Kirchenmusik, und „die Basis – die Ehrenamtlichen – für das Evangelische im Täle ist gut und sollte Mut machen“, sagte er.

Die Auswertung der Zahlen ist Grundlage für weiteres Vorgehen. „Wir sammeln die Daten, um sie zur Verfügung zu haben, damit Gott den nächsten Schritt mit uns weitergeht“, so Souchon zu den Folgerungen aus dem Zahlenwerk, das Trends aufzeigt und einen Blick von außen in die Gemeinde ermöglicht.


Der Gemeinde wurde ein Spiegel vorgehalten

„Sie haben uns einen Spiegel vorgehalten, wo wir sind, jetzt hat man Falten und Pickel gesehen“, formulierte ein Zuhörer als Fazit des Abends, auf dem jetzt aufgebaut werden kann. Aus der Diskussionsrunde nach dem Vortrag kam auch die Warnung, „Wachstum nicht nur quantitativ zu sehen, entscheidend ist qualitatives Wachstum“, wie ein Teilnehmer es formulierte. In der Werbung könne man Verpackung, Werbeaussage und auch das Produkt ändern, aber in der Kirche sei das Produkt selbst nicht veränderbar, das sei eine Stärke, die es zu berücksichtigen gelte.

Begleitend für das Projekt „Evangelisch im Täle“ ist auch das Buch „Auf Gott hören – Menschen wahrnehmen“ zu sehen. „Ganz neu auf Gott hören“ ist Intention von „Evangelisch im Täle“, bei dem sich sechs Kirchengemeinden gemeinsam starkmachen für den Glauben und dessen Verbreitung.

 

Mara Sander / NTZ